Schon lange wird in Niederwinden „narrisch gmocht“. Seit 1962 ist daraus die Narrenzunft der Niederwindemer Schindlejokel geworden, mit einer einzigen Narrenfigur: dem Schindlejokel.
- Gegründet: 17.11.1962 im Gasthaus „Bären“
- Im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON): seit 1969, aufgenommen in Schopfheim
- Paten: NZ Gutach und NZ Oberwinden
- Vogtei: Nördlicher Breisgau/Elztal
- Maske und Häs: entworfen 1964 von Zunftmeister Hubert Dufner zusammen mit Holzbildhauer Albert Schonhardt aus Simonswald
- Maskenschnitzer heute: Martin Schonhardt (Simonswald) und Klaus-Dieter Kienzler (Waldkirch-Siensbach)
- Mitglieder (Stand 11/2011): rund 350 aktive Hästräger über 16, etwa 150 Kinderjokel und etwa 80 passive Mitglieder

Geschichte
Aus Erzählungen älterer Dorfbewohner weiß man, dass schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg der Fasnet gehuldigt wurde. Immer wieder gab es „wilde“ Fasnetumzüge. Zwei Fahnen aus den Jahren 1928/1929 sind bis heute im Besitz der Narrenzunft, darunter eine Hoorig-Fahne „von der Katz’ an die Maus“.
Verkleidet hat man sich mit einfachen Mitteln. Vorherrschend war der schwarze Domino, ein knöchellanger schwarzer Mantel mit Kapuze und Stoffmaske. Manchmal wurden die Gesichter auch nur mit Ruß geschwärzt. Die Narren wanderten über die Höfe, gingen in die Häuser und trieben in den warmen Stuben ihren Schabernack mit den Bewohnern.
Der Zweite Weltkrieg brachte das Narrenleben vorerst zum Erliegen. Nach dem Krieg wurden überall im Elztal Narrenzünfte aus der Taufe gehoben. Einigen Erznarren ist es zu verdanken, dass auch in Niederwinden der Fasnet wieder Leben eingehaucht wurde. Mit einfachsten Mitteln und originellen Vehikeln zog die kleine närrische Schar am Fasnet-Somschdig durchs Dorf, und jedes Jahr folgten mehr Narren. Noch heute ist der Fasnet-Somschdig unser Umzugstag.
Am 17.11.1962 trafen sich 22 Niederwindemer Narren im alten Gasthaus „Bären“, um die Narretei in einem Verein zu organisieren. Sie gründeten zunächst die „Narrenvereinigung der Niederwindemer“. Aufnahme- und Jahresbeitrag betrugen 2,00 DM, und eine eigene Narrensatzung mit 10 Punkten wurde aufgestellt.
Die Fasnet 1963 richtete erstmals die Narrenvereinigung aus. Der Elferrat hatte sich mit einer selbst bezahlten, einheitlichen Kleidung ausgerüstet. Viele Wagen und Fußgruppen glossierten beim Umzug das dörfliche und politische Leben. Das erste Narrenzeichen wurde verkauft, ein roter Papierstreifen mit dem Aufdruck „Narrenvereinigung der Niederwindemer“. Am Abend des Fasnet-Somschdig stellte der Elferrat im „Bären“ das neu angeschaffte große Narrenbuch vor, und 67 neue Mitglieder trugen sich ein. Damit war der Grundstein für das organisierte närrische Leben gelegt.
Bei der Generalversammlung am 11.11.1964 wurde der Niederwindemer Schindlejokel erstmals vorgestellt. An der Fasnet 1965 wagten schließlich acht Schindlejokel den Schritt vor die Tür. Seither ist die Narrenzunft fester Bestandteil des Niederwindemer Vereinslebens und weit über das Dorf hinaus bekannt.
Gründungsmitglieder
Im Jubiläumsjahr 2012: Franz Gehring, Günter Thoma, Alois Kaspar, Hans-Peter Lange, Hubert Dufner, Winfried Köpfer, Helmut Allgaier, Herbert Spitz und Albert Hug. Auf dem Foto fehlten Georg Fakler, Franz Nopper und Josef Spitz.

Der Narrenrat
Die Fasnet gehört den Narren. Wir kümmern uns um den Rest.
Der Narrenrat führt die Zunft, ehrenamtlich und alle zwei Jahre von den Mitgliedern gewählt. Wir planen Umzüge und Zunftabende, kümmern uns um Häs, Nachwuchs und Finanzen und halten Kontakt zu Gemeinde, Verband und befreundeten Zünften. So kann die Fasnet jedes Jahr aufs Neue stattfinden.
- Zunftmeister Alexander Fischer
- Zeremonienmeister Christian Knappe
- Zunftsudler Johannes Burger
- Säckelmeister Stefanie Becherer
Mit im Narrenrat: Frank Neubauer, Philipp Becherer, Jochen Schmieder, Carina Gehring, Johannes Kuhn, Christina Becherer, Adrian Riesterer, Christoph Kern, Eva Kern, Marvin Gehr, Michael Reich, Maximilian Becherer, Alexander Wisser
Fragen, Ideen oder Lust mitzumachen? Schreib uns an zunftmeister@schindlejokel.de.
Jokel-Gselle
Seit 2003 gibt es unseren Jungnarrenrat, die Jokel-Gselle.
- Mindestalter 16 Jahre
- Ernennung durch den Narrenrat für ein Probejahr
- Die Jokel-Gselle haben ein Mitspracherecht
- Jeder Anwärter braucht zwei Bürgen aus den Reihen der Jokel-Gselle
- Gselleschwur und -taufe am Schmutzige Dunschdig am Narrenbrunnen
Der Narrenbrunnen
Am geschnitzten Narrenbrunnen leisten die Jokel-Gselle am Schmutzige Dunschdig ihren Gselleschwur und werden getauft.


